Samstag, 2. April 2016

Wikinger: eine andere "Strick-"Technik

Vor ein paar Jahren entdeckte ich zufällig im Internet die Abbildung eines Ziehholzes. Meine Neugier endete (bisher) in vielen Experimenten und zwei Booklets zum "Wikinger Stricken" oder "Wikinger Strickliesel" - das ist keine Erfindung der Wikinger und es wird auch nicht gestrickt, aber in Wikingergräbern (Haitabu und Birka z.B.) fanden sich ähnliche Schmuckstücke und die Maschen sehen eben aus wie verschränkt gestrickt, nämlich so:


Man sieht gleich die Technik: Draht (hier 0,5mm Kupferkern in der Farbe Elfenbein) wird um einen Stab herum immer unter der Masche der Vorreihe hindurch gefädelt. 

Da der Schlauch sehr hart und ungleichmäßig vom Stab herunter kommt, muß anschließend kalibriert werden. Man zieht die fertige Kette durch immer kleinere Öffnungen im Ziehholz bis zum gewünschten Durchmesser.


 So sieht es am Anfang aus, hier ein Vergleichsbeispiel, teilweise kalibriert:



(Anmerkung, damit kein falscher Eindruck entsteht: Es ist wichtig, die Kette sukzessive durch kleinere Öffnungen zu ziehen; wenn ich hier auch den Rest kalibriere fange ich wieder mit der größten Öffnung an.)
Der Effekt: Maschen und Stege ziehen sich ineinander, Unebenheiten und Ansätze verschwinden, die Kette wird flexibel und je nach Muster deutlich länger. Es kann bis zu 50 % Längenzuwachs geben, bei dünnem Draht sogar mehr.

Dies sind einige Beispiele für fertige Arbeiten. Man kann besonders gut mit Farben experimentieren, weil ohnehin immer neue Drähte angesetzt werden müssen, aber auch unterschiedliche Maschen sind möglich.





Weitere Muster und Informationen gibt es z.B. hier: im Blog Wikinger Strickliesel  

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