Donnerstag, 21. April 2016

Etwas Größeres

Hier ein Versuch mit der ganz grossen Yoola Spule (L), mit 40 Maschen:




Zunächst habe ich einfach gerade (relativ gerade) hoch gearbeitet, dann im oberen Teil an einigen Stellen ausprobiert, ob man unsere üblichen Häkeltechniken auch auf Draht anwenden kann. Man sieht es hinten: ich habe immer hin und zurück gearbeitet - aber immer auf derselben Seite, also nicht von innen, damit außen keine linken Maschen entstehen - und so in dem Bereich zugenommen. Das an drei Stellen in der Runde und am Schluß nochmal mehrere Reihen über die ganze Runde, teilweise auch mit Zunahmme von Maschen, also zwischen zwei Maschen eine zusätzliche gemacht. Es ergibt einen sehr schönen Kelch-Effekt. Vielleicht für ein Teelicht. Die Schattenwirkung ist interessant.

Freitag, 15. April 2016

Das nächste mehrdrähtige Experiment

Sieht so aus, als sei hier bunter Draht verwendet worden:
 In Wirklichkeit habe ich mit 3 Drähten gleichzeitig gearbeitet. Also so:

Gelbgrün, dunkelblau, bordeaux. Der Vorteil: man kann die drei Drähte sofort hintereinander häkeln, 
etwa so:     

Die gelbgrüne Masche wird zurecht gezogen und gleich die blaue hinein und dann bordeaux.
Ich bin selbst gespannt, wie das Ganze nach dem Kalibrieren aussieht; vermutlich immer noch bunt.

 Mir reicht die Länge für ein Armband und dies ist der erste Schritt beim Kalibrieren:



Das sieht auf den ersten Blick etwas gefährlich für den Draht aus, aber die Kette ist luftig genug. Und: es erscheint eine Spirale, wie erhofft.

Auf 11 mm kalibriert wird sie noch deutlicher:
 

Jetzt auf 10 mm komprimiert und flach gedrückt:


Die Kette hat immer noch einen leicht ovalen Querschnitt, aber nicht so stark wie es auf dem Foto erscheint.
Hier also das montierte Armband:



Samstag, 9. April 2016

Musterexperimente 1 + Ergänzung 1+2

Ich gehe davon aus, dass da noch mehr Experimente folgen werden. 
Im Moment reizt es mich auszuprobieren, wie weit ich Techniken des Wikinger strickens übernehmen kann.

Hier der Versuch mit zwei Drähten gleichzeitig, der ein Spiralmuster ergeben soll.
Dunkelblau ist die Hauptfarbe. Rechts von der letzten blauen Masche werden zwei Maschen in Silber gearbeitet, dann biege ich den Draht nach innen weg und arbeite * mit dem blauen eine Reihe darüber hinweg bis auf die zweite silberne Masche. Mit dem silbernen Draht, jetzt eine Reihe höher, werden wieder zwei Maschen gearbeitet*. Wie beim Stricken: *-* ist der Rapport.
Unkalibriert sieht das so aus (schwierig zu fotografieren):

Zwei silberne Maschen gearbeitet, blauer Draht in Wartestellung.

Blauer Draht über die beiden silbernen Maschen hinweg gearbeitet.
Der silberne sollte sich nicht innen mit dem blauen verdrehen.
(Anmerkung für "Wikingerinnen": in diesem Fall überholt der blaue Draht immer den silbernen.)
Hier ein Zwischenergebnis:



Der rechte Teil ist die Kette aus den oberen Fotos, also mit 2 silbernen Maschen in jeder Reihe. Die Spirale ist sehr flach. Dann bin ich dazu übergegangen, immer nur 1 silberne Masche zu arbeiten und das Ganze wird deutlich steiler.  Es ist kein Zickzack Muster, man sieht lediglich die Rückseite durch die filigrane Kette hindurch.

Ich bin gespannt, wie das kalibriert aussieht.


Kalibriert auf 14 mm.


Nächste Stufe (und die bange Frage, wie weit ich noch gehen soll): 13 mm

 Und jetzt 12 mm:

Im Moment belasse ich es erst mal dabei.





Zwei dünne Ketten

50 cm gestrickt mit der Yoola Strickliesel S (12 Maschen), auf 7 mm kalibriert, ergibt am Ende 72 cm.

Freitag, 8. April 2016

Häkelnadeln zur Yoola Strickliesel

Bei Yoola wird Draht mit Häkelnadeln verarbeitet. Dabei sind zwei Funktionen wichtig:

1. der Haken greift den Draht und zieht ihn durch die Öse.
Hier noch einmal das Foto des ersten Posts:
2. der Schaft der Häkelnadel formt die Öse. Die Größe der Öse hilft in der nächsten Reihe beim Durchziehen des Drahtes. 

Auch hierzu das ältere Bild:


Beim Haken kommt es darauf an, daß man den Draht damit gut "greifen" kann. Yoola selbst arbeitet am liebsten mit einer grifflosen 0,6 mm Häkelnadel, so wie die obere auf dem Foto:



Die obere ist 0,6 mm, die untere 0,9 mm stark. 
Nach ersten Experimenten mit unterschiedlichen Stärken habe ich zunächst sogar mit 1,25 mm angefangen, weil mir das leichter fiel. Inzwischen nehme ich in der Regel 0,9 mm.

Der Schaft (siehe Pfeile) bestimmt die Größe der Öse und es ist am einfachsten, für die aktuelle Öse die Häkelnadel einfach bis zum Griff durchzustecken.

Nach meinem Messungen unterscheiden sich die Schäftstärken nicht so stark, daß man darauf Rücksicht nehmen müßte. Wichtiger ist wie gut man mit dem Haken zurecht kommt. 
Ich bevorzuge die Clover-Nadel, weil der Griff das Durchstecken automatisch stoppt und weil ich durch den flachen Griff immer sicher weiß, daß der Haken auf der richtigen Seite ist.

Sonntag, 3. April 2016

Abschluss bei der Drahtstrickliesel

Man sollte immer erst überlegen wie man die Kette verwenden will und welcher Verschluß angebracht wird.
Meistens klebe ich die Kette in ein Kordelende (mit Hasulith oder 2-Komponenten-Kleber). Daher ist die Form des Kettenendes nicht so wichtig - es verschwindet ohnehin im Verschluß. 
Yoola empfiehlt, in den letzten Reihen immer zwei Maschen übereinander zu legen und als eine zu arbeiten (Abnahme, ähnlich wie beim Stricken). Auf die Art nimmt man bis zu einer oder zwei Maschen am Ende ab und umwickelt die letzte(n) Masche(n) so, daß sie nicht auf gehen können. 
Ich habe etwas Probleme, das bis zur letzten Masche zu machen und begnüge mich mit 1-2 Reihen. Dann ziehe ich den Restdraht zur Sicherung durch alle Maschen und "vernähe" ihn durch die oberen Maschen. Danach fädle ich 3-4 stärkere Drähte quer durch die letzten Maschenreihen und verdrehe sie. Mit diesen kann ich den Schlauch später durch das Ziehbrett ziehen.




Nachdem ich die Basis von der eigentlichen Kette getrennt habe befestige ich die erste Reihe, indem ich auch hier einen Draht (bzw. den Anfangsdraht, soweit er lang genug geblieben ist) durch die Maschen fädle. Damit kann man das untere Ende auch zusammen ziehen.


Für das Foto habe ich einen Stab in den Schlauch gesteckt. Da ich hier nicht mit wirklich wertvollem Draht arbeite, konnte ich die erste Reihe nach der Basis einfach abschneiden. Sonst schlägt Yoola vor, den Draht Masche für Masche aus der Basis zu entfernen.
Damit ist die Kette für das Kalibrieren vorbereitet.

Samstag, 2. April 2016

Wikinger: eine andere "Strick-"Technik

Vor ein paar Jahren entdeckte ich zufällig im Internet die Abbildung eines Ziehholzes. Meine Neugier endete (bisher) in vielen Experimenten und zwei Booklets zum "Wikinger Stricken" oder "Wikinger Strickliesel" - das ist keine Erfindung der Wikinger und es wird auch nicht gestrickt, aber in Wikingergräbern (Haitabu und Birka z.B.) fanden sich ähnliche Schmuckstücke und die Maschen sehen eben aus wie verschränkt gestrickt, nämlich so:


Man sieht gleich die Technik: Draht (hier 0,5mm Kupferkern in der Farbe Elfenbein) wird um einen Stab herum immer unter der Masche der Vorreihe hindurch gefädelt. 

Da der Schlauch sehr hart und ungleichmäßig vom Stab herunter kommt, muß anschließend kalibriert werden. Man zieht die fertige Kette durch immer kleinere Öffnungen im Ziehholz bis zum gewünschten Durchmesser.


 So sieht es am Anfang aus, hier ein Vergleichsbeispiel, teilweise kalibriert:



(Anmerkung, damit kein falscher Eindruck entsteht: Es ist wichtig, die Kette sukzessive durch kleinere Öffnungen zu ziehen; wenn ich hier auch den Rest kalibriere fange ich wieder mit der größten Öffnung an.)
Der Effekt: Maschen und Stege ziehen sich ineinander, Unebenheiten und Ansätze verschwinden, die Kette wird flexibel und je nach Muster deutlich länger. Es kann bis zu 50 % Längenzuwachs geben, bei dünnem Draht sogar mehr.

Dies sind einige Beispiele für fertige Arbeiten. Man kann besonders gut mit Farben experimentieren, weil ohnehin immer neue Drähte angesetzt werden müssen, aber auch unterschiedliche Maschen sind möglich.





Weitere Muster und Informationen gibt es z.B. hier: im Blog Wikinger Strickliesel