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Samstag, 9. April 2016

Musterexperimente 1 + Ergänzung 1+2

Ich gehe davon aus, dass da noch mehr Experimente folgen werden. 
Im Moment reizt es mich auszuprobieren, wie weit ich Techniken des Wikinger strickens übernehmen kann.

Hier der Versuch mit zwei Drähten gleichzeitig, der ein Spiralmuster ergeben soll.
Dunkelblau ist die Hauptfarbe. Rechts von der letzten blauen Masche werden zwei Maschen in Silber gearbeitet, dann biege ich den Draht nach innen weg und arbeite * mit dem blauen eine Reihe darüber hinweg bis auf die zweite silberne Masche. Mit dem silbernen Draht, jetzt eine Reihe höher, werden wieder zwei Maschen gearbeitet*. Wie beim Stricken: *-* ist der Rapport.
Unkalibriert sieht das so aus (schwierig zu fotografieren):

Zwei silberne Maschen gearbeitet, blauer Draht in Wartestellung.

Blauer Draht über die beiden silbernen Maschen hinweg gearbeitet.
Der silberne sollte sich nicht innen mit dem blauen verdrehen.
(Anmerkung für "Wikingerinnen": in diesem Fall überholt der blaue Draht immer den silbernen.)
Hier ein Zwischenergebnis:



Der rechte Teil ist die Kette aus den oberen Fotos, also mit 2 silbernen Maschen in jeder Reihe. Die Spirale ist sehr flach. Dann bin ich dazu übergegangen, immer nur 1 silberne Masche zu arbeiten und das Ganze wird deutlich steiler.  Es ist kein Zickzack Muster, man sieht lediglich die Rückseite durch die filigrane Kette hindurch.

Ich bin gespannt, wie das kalibriert aussieht.


Kalibriert auf 14 mm.


Nächste Stufe (und die bange Frage, wie weit ich noch gehen soll): 13 mm

 Und jetzt 12 mm:

Im Moment belasse ich es erst mal dabei.





Samstag, 2. April 2016

Wikinger: eine andere "Strick-"Technik

Vor ein paar Jahren entdeckte ich zufällig im Internet die Abbildung eines Ziehholzes. Meine Neugier endete (bisher) in vielen Experimenten und zwei Booklets zum "Wikinger Stricken" oder "Wikinger Strickliesel" (die gibt es, wie auch Draht u. Zubehör hier)- das ist keine Erfindung der Wikinger und es wird auch nicht gestrickt, aber in Wikingergräbern (Haitabu und Birka z.B.) fanden sich ähnliche Schmuckstücke und die Maschen sehen eben aus wie verschränkt gestrickt, nämlich so:


Man sieht gleich die Technik: Draht (hier 0,5mm Kupferkern in der Farbe Elfenbein) wird um einen Stab herum immer unter der Masche der Vorreihe hindurch gefädelt. 

Da der Schlauch sehr hart und ungleichmäßig vom Stab herunter kommt, muß anschließend kalibriert werden. Man zieht die fertige Kette durch immer kleinere Öffnungen im Ziehholz bis zum gewünschten Durchmesser.


 So sieht es am Anfang aus, hier ein Vergleichsbeispiel, teilweise kalibriert:



(Anmerkung, damit kein falscher Eindruck entsteht: Es ist wichtig, die Kette sukzessive durch kleinere Öffnungen zu ziehen; wenn ich hier auch den Rest kalibriere fange ich wieder mit der größten Öffnung an.)
Der Effekt: Maschen und Stege ziehen sich ineinander, Unebenheiten und Ansätze verschwinden, die Kette wird flexibel und je nach Muster deutlich länger. Es kann bis zu 50 % Längenzuwachs geben, bei dünnem Draht sogar mehr.

Dies sind einige Beispiele für fertige Arbeiten. Man kann besonders gut mit Farben experimentieren, weil ohnehin immer neue Drähte angesetzt werden müssen, aber auch unterschiedliche Maschen sind möglich.





Weitere Muster und Informationen gibt es z.B. hier: im Blog Wikinger Strickliesel